Piraten: Wer schützt die Opfer?

Wie kann man Unfallopfer vor Gaffer-Fotos schützen, wie unlängst beim schweren Unfall auf der B29 – diese Frage beschäftigt auch die Piratenpartei in der Region. 
Der Welzheimer Bundestagskandidat Philip Köngeter sieht hier Handlungsbedarf und hat bei der Polizei nachgefragt. „Das ist ein so gravierender Eingriff in die Privatsphäre – das kann nicht sein, dass es dafür nur ein Bußgeld gibt“. 
Und Köngeter bekam Antwort. Strafbar sei das Filmen von Verletzten in Notlagen, so die Polizeidirektion Aalen. Hier sieht der Bezirksvorsitzende Volker Dyken juristischen Handlungsbedarf. „Wir sprechen hier über Persönlichkeitsrechte, die durch Handyaufnahmen mit Füßen getreten werden, aber auch über den Umstand, dass dies nur bei Verletzten gilt.“, so der 47jährige Backnanger.
Bei Verkehrstoten greife §201a des StGB nicht. „Wir finden, die Würde des Menschen muss über den Tod hinaus geschützt werden“, so Dyken. Er hält ein Überdenken der derzeitigen Rechtsprechung vonnöten. Köngeter sieht aber auch ein Problem in der Strafverfolgung. „Wenn die Polizei mir schreibt, dass die Einsatzkräfte bei schlimmen Unfällen nicht die Kapazität zur Strafverfolgung von Gaffern haben, muss ich mich doch fragen, warum sie das nicht hat“. Der 25jährige Welzheimer spielt dabei auf die Polizeireform an, die der Landesverband der Partei schon lange auf den Prüfstand stellen möchte. Letztlich müssen Polizei und Staatsanwaltschaft in der Lage sein, auch solche Delikte verfolgen zu können.

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